Aus der Sicht des Kindes und der Familie



Bildung:

Die pädagogische Arbeit erfolgt auf der Grundlage des Sächs. Bildungsplanes, umfasst alle Bildungsbereiche und berücksichtigt die Vielfalt der individuellen Lernwege der Kinder.

  • Der Sächsische Bildungsplan ist ein Leitfaden für die pädagogischen Fachkräfte unseres Kinderhauses. Mit ihm wird § 2 des Sächsischen Gesetzes über Kindertageseinrichtungen mit Leben erfüllt: „Der Sächsische Bildungsplan ist die Grundlage für die Gestaltung der pädagogischen Arbeit in den Kindertageseinrichtungen.“ Er berücksichtigt Erkenntnisse der Neurowissenschaften, der Bildungsforschung und der Entwicklungspsychologie und übersetzt diese für die Praxis. Bildung ist ein Prozess, der mit der Geburt beginnt, grundsätzlich individuell und lebenslang verläuft. Menschen werden mit der Geburt „Einwanderer in ein unbekanntes Land“, dessen Erkundung und Aneignung den Kern des Bildungsprozesses ausmacht.

  • Somatische Bildung:
    Die somatische Bildung umfasst alle Aspekte, die den Körper, die Bewegung und die Gesundheit betreffen und meint dabei mehr als die körperliche Grundversorgung: „gesund, satt und sauber“ zu sein. Unsere Förderung von Gesundheit orientiert sich am Gesundheitsverständnis der Weltgesundheitsorganisation, nach dem Gesundheit nicht nur die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen ist, sondern ein „Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens“. Der Umgang mit Gefühlen, Befindlichkeiten und Konflikten, die Erfahrungen des Angenommenseins, des Rückhalts in vertrauensvollen Beziehungen und der sozialen Anerkennung sind wichtige Einflussfaktoren von Gesundheit. Das Wohlbefinden der Kinder ist uns eine Grundbedingung dafür, dass Bildungsarbeit Spaß macht und erfolgreich sein kann. Wohlfühlen im eigenen Körper und Wohlergehen in sozialen Beziehungen ermöglichen eine Pädagogik „vom Kind aus“, die das Kind in seiner Individualität und Einzigartigkeit wahrnimmt und wertschätzt.

  • Soziale Bildung:
    Jeder Mensch steht mit anderen Menschen in Beziehung, ist in Gruppen und soziale Zusammenhänge eingebettet. Die daraus resultierenden Erwartungen wie zum Beispiel Kooperationsfähigkeit, Perspektivenübernahme, Konfliktfähigkeit, Toleranz und Übernahme von Verantwortung werden als soziale Kompetenz bezeichnet. Soziale Kompetenzen können sich jedoch nur ausbilden, wenn bestimmte Vorraussetzungen vorhanden sind: Vertrauen, um Perspektiven anderer einnehmen zu können und Beteiligung, um Empathie erlebbar zu machen. Einerseits gehört zur Entwicklung des Kindes die Ausprägung von Identität, die es von allen anderen unterscheidet. Andererseits führt sie zur Herausbildung eines Sozialcharakters. Im Sozialgefüge mit Erwachsenen erleben Kinder diese häufig als „kompetenten Anderen“ und die Beziehungen der Kinder untereinander verlangen in stärkerem Maße, sich der Perspektive des Anderen bewusst zu werden, zwischen der eigenen Identität und dem Anderen zu unterscheiden und das gemeinsame Tun kooperativ zu gestalten. Das christliche Kinderhaus ist neben der Familie ein wichtiger sozialer Lern- und freundschaftsstiftender Ort.

  • Kommunikative Bildung:
    Soziales Miteinander ist wesentlich an Kommunikation gebunden. Sich ausdrücken und mitteilen, anderen zuhören und sie verstehen, Botschaften senden und Symbole entschlüsseln sind unauflöslicher Bestandteil des sozialen Zusammenlebens. Kommunikative Bildung geschieht nicht isoliert, sondern ist eingebettet Spiel-, Erlebnis- und Bewegungssituationen. Der Dialog als gelungene Form von Kommunikation erfordert eine dialogische Gesprächskultur. Wir stellen uns auf die Interessen und Bedürfnisse der Kinder ein und geben Raum für den Selbstausdruck der Kinder. Verbale und nonverbale Äußerungen (Mimik, Gestik) sind miteinander verwoben. Sie verdeutlichen Stimmungen und Gefühle, Ablehnung oder Anerkennung durch das Gegenüber. Die Abstimmung mit der Umwelt macht das Erlernen von nonverbaler Kommunikation und Sprache zu einem sozialen Prozess. Unser Kinderhaus ist ein Ort, an dem die Kinder Möglichkeit zur eigenen Entscheidung haben und als Dialogpartner wert geschätzt und akzeptiert werden. Auch frühe Erfahrungen mit Schrift und Medien können hier gesammelt werden.

  • Ästhetische Bildung:
    Kinder entdecken und erforschen ihre Umwelt mit allen Sinnen. Sie fühlen, sehen, hören, riechen und schmecken. Sie formen diese Sinneseindrücke um und geben ihnen einen Ausdruck, den sie gestalten. Wir möchten den Kindern in unserem Kinderhaus Möglichkeiten schaffen, ihre Vorstellungen ästhetisch auszudrücken. Materialien in unterschiedlicher Farbe, Form, Beschaffenheit und Konsistenz sowie Wirkung regen die Kinder zum sinnlichen Erleben an. Wir geben den Kindern in unserem Kinderhaus verschiedene Gestaltungsmittel und Techniken an die Hand – so können sie sich in vielfältigen „Sprachen“ äußern. Ein wichtiger Bereich der ästhetischen Bildung ist die Musik. Kinder reagieren auf Musik und werden von ihr berührt. Auf diese Art und Weise lernen Kinder ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Im Kinderhaus ermöglichen wir durch das Spiel mit der eigenen Stimmen, mit konventionellen oder selbst gebauten Instrumenten ist ein weites Spektrum. Auch Geräusche aus der Natur hinterlassen einen musikalischen Eindruck und durch Tanz und Theater wird dem Bewegungsdrang der Kinder Rechnung getragen.

  • Naturwissenschaftliche Bildung:
    Die Fragen der Kinder an die Welt sind schier unerschöpflich: „Wie kommt das Wasser in den Wasserhahn?“, „Wieso kann ein Mensch hören und sehen und warum können das einige Menschen nicht?“, „Warum färben sich die Blätter im Herbst bunt?“...Wir greifen die Fragen der Kinder auf und regen zum Experimentieren und Forschen an. Kinder sind neugierig und erhalten im Kinderhaus die Möglichkeit, Erfahrungen mit Elementen und Phänomenen zu machen. Dies geschieht vor allem auf der Ebene des Sammelns, Betrachtens und Ausprobierens. Kinder haben Freude am Formulieren von Vorhersagen und Entdecken. Dies bildet die Grundlage für das Erkennen von Zusammenhängen und der Suche nach neuen Lösungen.

  • Mathematische Bildung:
    Wir verstehen Mathematik nicht als technische Beschäftigung, sie knüpft an Alltags- und Umwelterfahrungen der Kinder. Um ein Zahlenverständnis ausprägen zu können, sind das „Erleben“ und „Begreifen“ von Formen von grundlegender Wichtigkeit. Kinder sortieren, ordnen zu und prüfen. Sie entdecken Regelmäßigkeiten und entwickeln ein Verständnis von Zusammenhängen zwischen Zahlen und Dingen. Messen, wiegen und vergleichen sind ebenso wie Vorstellungen über Geometrie (z.B. die Lage im Raum) grundlegende Stufen der mathematischen Bildung. Im Kinderhaus nehmen wir die Beschäftigung mit mathematischen Phänomenen als interessante und herausfordernde Aktivität wahr und bieten Möglichkeiten zum Analysieren und Erforschen.

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